Planspiel Zukunftsdialog 2014

Lewis Erckenbrecht war drei Tage lang „Abgeordneter in Berlin“
 
Lewis Erckenbrecht war drei Tage lang „Abgeordneter in Berlin“Region,18.12.2014 - Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Bundestags SPD-Fraktion das "Planspiel Zukunftsdialog" für politisch interessierte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren in Berlin.
93 junge Menschen konnten drei Tage lang - vom 30. November bis 2. Dezember - in die Rolle von Bundestagsabgeordneten schlüpfen und das Parlament kennenlernen. Mich, Lewis Erckenbrecht (16), hatte nach einer entsprechenden Bewerbung der SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Northeim-Goslar-Osterode, Dr. Wilhelm Priesmeier, nach Berlin entsandt. Wir Jugendlichen erarbeiteten Initiativen zu aktuellen Themen am Originalschauplatz aus und stellten unsere Positionen anschließend den SPD-Abgeordneten der unterschiedlichen Arbeitsgruppen vor. Gerade der hautnahe Eindruck der parlamentarischen Arbeit mit allen ihren Vorzügen – so werden Abgeordnete im Bundestag bestens verpflegt – und allen ihren harten Seiten – lange Sitzungstage, Anstrengung - hat mich beeindruckt.
 
Am Sonntag den 30. November eröffnete Christine Lambrecht MdB, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, das Planspiel. Danach konstituierte sich unsere Fraktion, wir wählten einen Vorstand – ganz nach dem Vorbild der echten Fraktionen. Danach ging es in die Arbeitsgruppen, wobei ich Mitglied der Arbeitsgruppe Arbeit & Soziales war. Dort konzentrierten wir uns auf eine Diskussion zur Situation von Asylsuchenden und Einwanderern in Deutschland, grade auch ein brandaktuelles Thema in meinem Wahlkreis und meiner Heimatgemeinde Nörten-Hardenberg. Dort konnte ich meine persönliche Meinungen und Erfahrungen gut einbringen – so war ich gerade Zeuge der Einbürgerung meines Vaters geworden, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt. Mir ist klar geworden, dass die Arbeitsgruppen die eigentlichen Entscheidungszentren in der parlamentarischen Demokratie Deutschlands darstellen, da dort viel sachlicher, aber auch freier argumentiert werden kann, als im Plenarsaal, unter Beobachtung der Kameras.
 
Der zweite Tag begann mit einer Fragerunde, zu der niemand geringeres als der Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann kam und sich unseren Fragen stellte. In dieser Fragerunde war hauptsächlich die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen das Thema, die jedoch Thomas Oppermann auf Bundesebene für noch nicht kompatibel hielt. An diesem Tag erarbeiteten wir Anträge an die „fiktive“ Bundesregierung zum Thema der Arbeits- und Sozialpolitik für Asylsuchende. Diese durften wir am nächsten Tag den Angehörigen der Arbeitsgruppe Finanzen vorstellen. Unsere Vorschläge, die vor allem vollständig vom Bund finanzierte Sprachkurse beinhalteten, trafen inhaltlich auf große Zustimmung, woraufhin wir die Mitglieder der AG Finanzen baten, eine Finanzierungsmöglichkeit zu finden. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserer Arbeit etwas bei den Abgeordneten erreicht haben, sei es auch nur ein Denkanstoß. Abschließend wurde am dritten Tag eine letzte Fraktionssitzung abgehalten, in der die vorher erarbeiteten Anträge beschlossen wurden.
 
Meine drei Tage in Berlin schloss ein Gespräch mit Hr. Dr. Priesmeier ab, der sich nach meinen Erfahrungen beim Planspiel erkundigte. Ich konnte meinerseits einige sehr interessante Fragen loswerden. So zum Beispiel zu seiner Arbeit im Bundestag und seinem thematischen Schwerpunkt, der Agrarpolitik. Aber ich habe ihn auch gebeten, zu unseren teilweise sehr kontroversen Debatten innerhalb der Fraktion Stellung zu nehmen, worauf er mir erwiderte, das stundenlange Debatten bei einigen Themen nicht ungewöhnlich seien und diese eben auch die parlamentarische Demokratie ausmachen.
 
Insgesamt habe ich beim Planspiel Zukunftsdialog unglaublich viel gelernt: Über den realen Ablauf von politischen Entscheidungen, Eindrücke von der tatsächlichen Arbeit eines Abgeordneten und der Fraktion und persönlich einen Einblick in die Debattenkultur und -regeln. Es bleibt mir nur, Danke zu sagen an Dr. Priesmeier, der mir diese drei Tage ermöglichte und allen anderen zu raten, sich für die vierte Auflage des „Planspiel Zukunftsdialogs“ im Jahre 2015 zu bewerben.
 

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