Landwirtschaft muss nachhaltiger werden

MdB Priesmeier im Gespräch mit Landvolkvertretern

Gespräch mit Landvolkvertretern: Jürgen Hirschfeld,  Landvolkvorsitzender des Braunschweiger Landes und Jörn Johann Dwehus, Hauptgeschäftsführer des Landvolks Niedersachsens.Seesen, 09.12.2013 – Auf Einladung des Landvolkvorsitzenden des Braunschweiger Landes, Jürgen Hirschfeld, fand vor kurzen ein Informationsaustausch über die zukünftigen Perspektiven der Agrarpolitik auf dem Hintergrund des Koalitionsvertrags statt. Gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer des Landvolks Niedersachsens, Jörn Johann Dwehus, sprach der SPD-Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeier über die Auswirkungen der Koalitionsvertragsergebnisse auf die Landwirtschaft in seinem Wahlkreis und in Niedersachsen.

„Im Großen und Ganzen können wir Landwirte mit den Ergebnissen des Koalitionsvertrages leben“, so Jürgen Hirschfeld. Nur dass der Agrardiesel zur Diskussion stehe, missfalle ihm. „Wir Bauern brauchen den Agrardiesel“, so Hirschfeld. Wilhelm Priesmeier verdeutlichte, dass die deutsche Landwirtschaft wettbewerbsfähig ist, sodass Subventionen bei weiter zu erwartenden guten Preisen für Agrarprodukte für die großen, reinen Ackerbaubetriebe nicht mehr notwendig sind.

Ein weiteres Thema war das Gülleproblem und der Nährstoffüberschuss in der Tierhaltung. Dwehus und Hirschfeld möchten bei der Errichtung von Güllebehältern, dass auch die Betriebe, die ohne Tierhaltung Gülle als Dünger nutzen wollen, dafür auch eine Privilegierung im Baurecht bekommen. Ein entsprechender Entwurf liege schon bereit. Wilhelm Priesmeier möchte jeden weiteren Zubau an Mastplätzen in Regionen mit erheblichen Nährstoffüberschussen ausschließen. Unter dieser Voraussetzung sind die vorhandenen Probleme innovativ und praxisgerecht zu lösen. Dazu könne auch eine solche Regelung sinnvoll sein. Priesmeier verlangt, dass bei der Änderung der Düngeverordnung die Hoftorbilanz verbindlich vorgeschrieben wird und Betriebe mit nicht ausreichender Fläche zusätzliche Lagerkapazitäten nachweisen müssen. Zudem muss das Ausbringen von Gülle sich streng an der Vegetationsperiode und den angebauten Pflanzen orientieren.

Auch der Erwerb von Boden durch nichtlandwirtschaftliche Investoren wurde diskutiert. Wilhelm Priesmeier unterstreicht, dass die SPD keine anonymen Kapitalinvestitionen in der Landwirtschaft und keinen Grunderwerb durch landwirtschaftsfremde Dritte erlauben möchte. Dementsprechend müssten die Länder das Grundstücksverkehrsrecht neu fassen, damit es seinen Zweck wieder erfüllt.

Auch der Tierschutz kam in dieser Gesprächsrunde nicht zu kurz, hier im besonderen die Enthornung von Kälbern. „Ein hoher Tierschutzstandard ist Voraussetzung, dass Tierhaltung auch in Zukunft von der Gesellschaft akzeptiert wird“, erklärte Wilhelm Priesmeier. Der SPD-Agrarexperte lehne grundsätzlich jeden schmerzhaften Eingriff an Tieren ohne Betäubung ab. „Das ist Tierquälerei“, sagte Priesmeier. Auch das Enthornen von Kälbern dürfe nur nach der Gabe von Betäubungs- und Schmerzmitteln erfolgen. „Mit lokaler Anästhesie und einem Sachkundenachweis könnte ein solcher Eingriff auch von Landwirten vorgenommen werden“, unterstrich Priesmeier als promovierter Tierarzt.

Im Rahmen der Grünen Woche werde man diesen Dialog fortsetzen, waren sich Priesmeier, Dwehus und Hirschfeld abschließend einig.
 

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